Vergrößernde Sehhilfen (Lupen)

Für die Anpassung vergrößernder Sehhilfen haben wir in unseren Räumlichkeiten extra einen separaten Raum für Sie eingerichtet. In ruhiger Atmosphäre können hier alle notwendigen Messungen durchgeführt werden. Dafür stehen selbstverständlich eine Vielzahl vergrößernder Sehhilfen zum Ausprobieren bereit.
Da die Messung und Erprobung einer vergrößernden Sehhilfe etwas Zeit beansprucht, vereinbaren Sie bitte einen Termin.
Tel.: 030 80 58 4001

Wann benötige ich eine vergrößernde Sehhilfe?

Mit Hilfe von Brillen und Kontaktlinsen lassen sich Fehlsichtigkeiten ausgleichen, solange das Auge gesund ist. Tritt schlechtes Sehen allerdings als Folge einer Erkrankung, Verletzung oder durch altersbedingte Veränderungen an der Netzhaut (z.B. senile Makuladegeneration) auf, gerät die Brillenkorrektion an ihre Grenzen. Ist das Auge bereits irreversibel geschädigt, kommen vergrößernde Sehhilfen zum Einsatz. Darunter versteht man eine Vielzahl von Hilfsmitteln, die der Sehverbesserung dienen, wie z.B. Lupen, Lupenbrillen, Fernrohrlupenbrillen, Bildschirmlesegeräte, u.s.w. Diese Spezialsehhilfen werden so ausgewählt, dass die restliche Sehschärfe oder das verbleibende Gesichtsfeld optimal ausgenutzt wird. Viele Betroffene müssen damit weder aufs Lesen noch aufs Fernsehen verzichten und können teilweise sogar weiterhin ihren Beruf ausüben, Einkäufe erledigen oder verreisen.

Wann können vergrößernde Sehhilfen helfen?
Erkrankungen, die zu einem Sehschärfeverlust führen sind vielfältig. Jeder Bereich, der am Auge geschädigt ist, hat eine ganz eigene Symptomatik. Beispielsweise kann eine Schädigung das zentrale Sehen erheblich verschlechtern. In diesem Falle erscheint alles, was direkt angesehen wird unscharf, die Peripherie hingegen ist intakt. Es treten erhebliche Schwierigkeiten beim Lesen oder Fernsehen auf. Das Orientierungsvermögen ist jedoch meist uneingeschränkt vorhanden. Umgekehrt stellt es sich bei demjenigen dar, der zwar eine gute zentrale Sehschärfe besitzt, aber nur über ein eingeschränktes Gesichtsfeld verfügt. Eine Orientierung ist jetzt kaum mehr möglich. Dieses Sehen wird daher auch als "Tunnelblick" bezeichnet.
In den meisten Fällen, egal ob die Schädigung angeboren, vererbt oder durch eine Erkrankung entstanden ist, kann man vergrößernde Sehhilfen einsetzen.
Diese Hilfsmittel müssen vom Betroffenen immer selber erprobt werden. Es reicht nicht aus, jemandem mit einer Lupe helfen zu wollen, wenn diese nicht die richtige Stärke besitzt und man nicht gezeigt bekommt wie man sie richtig benutzt.

Welche Sehhilfen gibt es?
Durch technische Verbesserungen und Entwicklungen neuer Systeme bestehen heute viele Möglichkeiten Betroffenen zu helfen. Es gibt jedoch keine Universallösung. Die Wahl der passenden Sehhilfe hängt von zahlreichen individuellen Faktoren ab. Eine ausgiebige Beratung und Erprobung ist daher ausschlaggebend für den späteren Erfolg.

In der folgenden Übersicht werden einige häufige Produkte kurz vorgestellt:

Überaddition (verstärkte Lesebrille)
Ist der krankheitsbedingte Verlust der Sehschärfe nicht sehr groß, so hat man mit der verstärkten Lesebrille eine einfache, bequeme und kostengünstige Lösung, den Lesekomfort zu verbessern. Man muss sich lediglich an den geringeren Abstand zum Lesegut gewöhnen.

Lupen
HandlupenLupen können zusätzlich zur Brille genutzt werden, um kleine Objekte zu vergrößern und damit besser zu erkennen. Ganz wichtig ist bei Lupen die richtige Handhabung. Man muss die Lupe sehr nah an das Auge halten, um die bestmögliche Vergrößerung bei größtmöglichem Sehfeld zu erreichen.
Durch eine integrierte Beleuchtung im Lupengriff lassen sich zusätzlich die Kontraste verbessern.
Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Handlupen und Aufsetzlupen. Während Handlupen bei der Betrachtung kleiner Objekte immer festgehalten werden müssen, werden Aufsetzlupen direkt auf den Text gesetzt. Das Sehen durch die Aufsetzlupe ist komfortabler, da man beide Hände frei hat, und nicht die Gefahr besteht, dass man den Text verwackelt. Einige Aufsetzlupen Lupen ermöglichen dem Benutzer unter dem Lupenglas zu schreiben, so lassen sich z.B. Überweisungsunterlagen ausfüllen oder Kreuzworträtsel lösen.

Lupenbrillen
LupenbrillenLupenbrillen sind Brillen in die sehr starke Brillengläser eingearbeitet werden. Man erzielt damit höhere Vergrößerungen, muss aber mit einem sehr kleinen Leseabstand zurechtkommen. Bis zu einer gewissen Stärke kann man diese Brillen beidäugig nutzen. Da bei den meisten Menschen eine krankhafte Veränderung der Sehschärfe nur an einem Auge auftritt wird mit einer Lupenbrille sehr häufig nur das bessere Auge korrigiert.


Fernrohrlupenbrille

Bei Fernrohrlupenbrillen werden auf den Brillengläsern kleine Fernrohrsysteme angebracht. Sie dienen unterschiedlichen Zwecken. Sie können entweder auf die Ferne oder Nähe eingestellt werden. Der große Vorteil der Fernrohrlupenbrille: Man kann kleine Dinge in einem größern Abstand betrachten. Bei Ärzten kommen diese vergrößernden Sehhilfen häufig im Operationssaal Einsatz.

Monokulare
Monokulare sehen aus, wie kleine Fernrohre und werden einäugig benutzt. Sie werden in dem Moment, wo man ein Objekt genauer betrachten möchte, vor das Auge gehalten. Durch einen Drehmechanismus lassen sich diese Hilfsmittel problemlos auf verschiedene Entfernungen scharf einstellen. Um auch im Nahbereich vergrößert zu sehen, sind Aufstecksysteme erhältlich, die an das Monokular gesteckt oder geschraubt werden.
Bildschirmlesegerät
Bildschirmlesegeräte
In sehr vielen Fällen kann ein Bildschirmlesegerät weiterhelfen. Dieses Hilfsmittel gibt einen Text, der über eine Kamera erfasst wird, in bis zu 60-facher Vergrößerung wieder. Das Lesegerät wird, ähnlich wie ein Computer, an einem Tisch aufgestellt, an dem man bequem sitzen kann. Das Lesegut wird auf eine bewegliche Unterlage vor eine Kamera gelegt und der Text über einen Monitor vergrößert dargestellt. Man kann so in einem bequemen Abstand Texte oder auch Fotos am Monitor betrachten. Die modernen Geräte sind sehr bedienerfreundlich. Vergrößerung, Farben, Kontraste lassen sich schnell und einfach einstellen.




Filtergläser

FiltergläserBei bestimmten medizinischen Indikationen werden so genannte "Kantenfilter" eingesetzt. Hierbei handelt es sich um Brillengläser, die durch ihre Spezialtönung, die Kontrastwahrnehmung verbessern. Diese Spezialgläser sind in der Lage, Streulicht aus dem Lichtspektrum herauszufiltern. Dadurch wird zwar die Farbwahrnehmung verändern, aber die Kontrastwahrnehmung erheblich verbessert. Kantenfiltergläser sind in verschiedenen Tönungen, meist im gelb- oder orangefarbigen Bereich, erhältlich. Die Akzeptanz und der Erfolg dieser Sehhilfen lassen sich nur vom Träger selbst testen, da sowohl Blendempfindlichkeit, als auch die Kontrastwahrnehmung individuell sehr unterschiedlich sind.

Eingewöhnung

Der Umgang mit vergrößernden Sehhilfen muss erlernt werden. Anfangs kann es schwierig und ungewohnt sein, sich an das veränderte Sehen zu gewöhnen. Bei fast allen Systemen muss man sich mit einem erheblich kleineren Leseabstand vertraut machen. In dem Maße, wie die Schrift mit der Sehhilfe größer wird, verkleinert sich meist der Textausschnitt, der auf einmal überblickt werden kann. Durch tägliches Benutzen lassen sich diese anfänglichen Schwierigkeiten sehr schnell überwinden. Häufig gelingt es recht schnell, wieder flüssig zu lesen oder eingeständig Formulare auszufüllen.