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Weitsichtigkeit/Übersichtigkeit (Hyperopie)
Die
Übersichtigkeit, auch oft als Weitsichtigkeit bezeichnet,
heißt eigentlich "Hypermetropie" und bedeutet
wörtlich "über das Maß sehend".
Ein normales, rechtsichtiges Auge ist von Natur aus so gebaut,
dass es weit entfernte Gegenstände ohne Anstrengung
scharf sehen kann. Bei der Übersichtigkeit hingegen
ist schon der Blick auf ein entferntes Objekt mit, manchmal auch nur geringer, Anstrengung
verbunden. Wird in die Nähe geschaut, z.B. beim Lesen,
muss zusätzlich Kraft aufgewendet werden, um das Gelesene
scharf zu sehen. Dabei kommt es dann oft zu Sehproblemen.
Ein Beispiel:
Ein menschliches Auge das keine Brillenkorrektur benötigt, also rechtsichtig ist, muss um auf 0,5m scharf sehen zu können, 2,0dpt. einstellen (akkomodieren).
Ist dieses Auge jedoch 1,0dpt weitsichtig, so muss es um in der Ferne scharf sehen zu können 1,0dpt. ausgleichen. Schaut dieses weitsichtige Auge auf ein Objekt in 0,5m Entfernung kommen hier noch einmal 2,0dpt. hinzu. Das Weitsichtige Auge muss also 3,0dpt ausgleichen.
Symptome:
Der Übersichtige klagt oft über Anstrengungsbeschwerden
beim Wechsel zwischen dem Sehen in der Ferne und der Nähe,
z.B. einem Buch. Manchmal fangen die Augen an zu tränen
oder es kommt zu Kopfschmerzen und Schwindel.
In jungen Jahren kann trotz geringer Übersichtigkeit, meist unter Anstrengung,
aber dennoch scharf gesehen werden. Da die Fähigkeit der Augenlinse sich einzustellen aber im Laufe des Lebens immer mehr nachläßt, kommen die Weitsichtigen häufig erst ab dem vierzigsten Lebensjahr für eine Lesebrille zum Augenoptiker. Bei starker Übersichtigkeit kann sich das Auge auch unter
Anstrengung nicht mehr einstellen. Man sieht unscharf. Vor
allem die Arbeit in der Nähe (Lesen, Basteln, Computer)
fällt dann sehr schwer.
Bei Kindern ist manchmal auch ein Auswandern der Augen (leichtes
Schielen oder "Silberblick") zu beobachten.
Ursachen:
Es gibt zwei anatomische Gründe für das Auftreten
einer Hyperopie. Entweder ist das Auge von seiner Baulänge
her etwas zu kurz (normal sind ca. 24 mm) oder der Brechwert
der Augenlinse bzw. Hornhaut ist zu gering. Man kann sich
das so vorstellen, als ob das eigentliche scharfe Bild,
welches beim normal sehenden Auge direkt auf der Netzhaut
abgebildet wird, beim übersichtigen Auge erst ein kleines
Stückchen hinter der Netzhaut entsteht (siehe Abb.1
und 2). Das dadurch auf der Netzhaut entstehende Bild ist
verzerrt und man sieht unscharf.
Abhilfe:
Die Übersichtigkeit wird durch sammelnde Brillengläser
oder Kontaktlinsen ausgeglichen. Diese Brille oder
Linse kann durch ihre Wirkung das Bild, welches
bei der Hyperopie hinter der Netzhaut entsteht, exakt auf
den richtigen Platz, die Netzhaut verlagern. Diese Brillengläser
werden wegen ihrer Sammelwirkung auch als Plusgläser
bezeichnet und tragen ein positives Vorzeichen, z.B. +2.25
Dioptrien.
1.
Abbildung eines fernen Objektes (Blume) durch ein normalsichtiges
Auge:
2. Abbildung eines fernen Objektes (Blume) durch ein übersichtiges
Auge:
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