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Gleitsichtgläser
Unter
Gleitsichtgläsern versteht man Brillengläser,
die einen von außen nicht sichtbaren Stärkenanstieg
über die Glasfläche aufweisen. Sie ermöglichen
Kunden im Lesebrillenalter ein stufenlos scharfes Sehen
in allen Entfernungen. Man kann die Brille bequem den ganzen
Tag tragen und spart sich den Wechsel zwischen Fern- und
Nahbrille.
Historie
Erste Versuche Brillengläser mit einem gleitenden Stärkenanstieg
herzustellen, wurden bereits 1909 unternommen. Jedoch fehlte
es an technischen Mitteln, diese Gläser für den
Markt tauglich zu gestalten. Erst 1950 wurden Brillengläser
entwickelt, deren Flächen einen Wirkungsanstieg aufweisen,
der wie heute üblich, in einem sog. "Progressionskanal"
liegt. 1959 schließlich brachte der französischer
Glashersteller Essilor (damals noch unter anderem Firmennamen)
mit dem "Varilux1" den ersten Prototyp eines Gleitsichtglases
auf den Markt.
Konzeption
Prinzipiell haben Gleitsichtgläser den gleichen Grundaufbau.
Allerdings können sie sich je nach Produkt durch unterschiedliche
Konzeptionen und Flächendesigns erheblich voneinander
unterscheiden. So gliedert sich jedes Gleitsichtglas auf
in einen Fern-, Zwischen- und Nahbereich.
Der Stärkenanstieg, der im Glas stattfindet, wird dadurch
realisiert, dass sich die Radien des Brillenglases über
die Fläche hin ändern. Dadurch ergibt sich ein
kontinuierlicher Wirkungsanstieg. Damit die Randflächen
aber nicht wellig erscheinen, werden sie verblendet. Fertigungstechnisch
ergeben sich dabei gleitsichtglasspezifische Unschärfen
im Randbereich.

Fernbereich:
der Fernbereich ist der größte und stabilste
Bereich im Gleitsichtglas. Er ermöglicht ein uneingeschränktes,
scharfes Sehen, wie mit einer Fernbrille. An den Fernbereich
schließt sich der Übergangsbereich, wo ein kontinuierlicher
Stärkenanstieg stattfindet.
Zwischenbereich (Progressionszone):
der Zwischenbereich ist für mittlere Entfernungen,
wie z.B. Computerarbeit, vorgesehen. Die Glasstärke
nimmt sukzessive zu, bis sie schließlich im unteren
Teil des Glases in den Nahbereich mündet. Dieser Bereich
ist der schmalste des Glases, so dass hier bei der Eingewöhnung
Schaukelbewegungen und unscharfe Randbereiche wahrgenommen
werden können.
Nahbereich:
dieser zweitgrößte Bereich ist für das Lesen
konzipiert. Da das Auge beim Lesen eine Einwärtsbewegung
ausführt, ist dieser Bereich ebenfalls nach innen geschwenkt.
In diesem Teil des Gleitsichtglases herrscht die Lesebrillenstärke
vor.
Glasdesign
Bei kaum einem Brillenglas gibt es so viele unterschiedliche
Glas-Designs, wie bei Gleitsichtgläsern. Flächen
können bei diesen Gläsern verschiedene Symmetrien
aufweisen, sie können allgemein oder ganz individuell
auf das Kundenrezept zugeschnitten sein und sie können
einfach oder mit modernster Computertechnik entwickelt werden.
So erklären sich nicht nur Unterschiede in der Preisgestaltung,
sondern vielmehr auch in der Verträglichkeit.
In modernen Gleitsichtgläsern steckt eine Menge Technik.
Sie werden entsprechend der Rezeptwerte konzipiert, so dass
sie besonders breite stabile Zonen aufweisen und ein Höchstmaß
an Verträglichkeit und Komfort liefern. Sehr preiswerte
Gläser sind Halbfertigprodukte, die weniger individuell
auf die Verordnung zugeschnitten sind und von der Flächengestaltung
nicht der neuesten Generation entsprechen. Hier sind die
einzelnen Sehbereiche im Glas deutlich kleiner, was die
Eingewöhnung erschwert. Die Unverträglichkeitsrate
bei diesen Produkten ist deutlich höher, als bei modernen
Markengläsern.
Gleitsichtgläser,
wie auf den Leib geschneidert
Ganz erheblich für den Erfolg einer Gleitsichtglas-Anpassung
ist das Beratungsgespräch. So individuell ein jeder
Kunde ist, so einzigartig sind auch seine Augen und Sehgewohnheiten.
Sehr wichtig ist daher die genaue Analyse des Einsatzbereiches
der neuen Brille: welcher Beruf wird ausgeübt, welche
Sport- und Freizeitaktivitäten finden statt, wie sieht
die habituelle Kopf- und Körperhaltung aus. Eine genauso
entscheidende Rolle spielt eine präzise vollständige
Augenglasbestimmung. Hierbei werden nicht nur beide Augen
einzeln vermessen, sondern es findet auch eine beidäugige
Erprobung der Gläser statt. So kann der passende Lesezusatz
und die richtige Glasstärke für den Computerarbeitsplatz
ermittelt werden.
Zentrierung
Bei Gleitsichtgläsern ist eine exakte Positionierung
vor dem Augen besonders wichtig. Schon geringe Abweichungen
von der präzisen Zentrierung zur Pupillenmitte, können
die Sicht und das Wohlbefinden stark einschränken.
Mithilfe eines modernen Computerzentriersystems werden bei
uns alle wichtigen Daten für die korrekte Anpassung
der Gläser innerhalb der Brillenfassung ermittelt.
Dabei kann auch die ganz individuelle Kopf- und Körperhaltung
eines Jeden berücksichtigt werden.
Gleitsichtgläser
mit Verträglichkeitsgarantie
Die Erfolgsquote moderner Gleitsichtgläser ist heutzutage
sehr hoch. Technische Weiterentwicklungen haben zu einer
sehr hohen Zufriedenheit und Akzeptanz beim Kunden geführt.
Da moderne individuell auf das Rezept zugeschnittene Gläser
auch ihren Preis haben, werden Brillenträger belohnt,
die sich bewusst für ein Markenprodukt entscheiden.
Bei dem Kauf eines Markenglases gewährleisten wir dem
Kunden nicht nur eine Garantie auf die Glasqualität,
sondern auch auf deren Verträglichkeit. Sollte der
seltene Fall einer Unverträglichkeit auftreten, tauschen
wir das Gleitsichtglas anstandslos in eine andere Glassorte
um.
Eingewöhnung
Trotz aller technischen Raffinessen, muss man sich an ein
Gleitsichtglas gewöhnen. Der Sehprozess muss sich auf
die neuen Anforderungen, die so ein kombiniertes Brillenglas
mit sich bringt, einstellen. Unser Sehen ist ein hochkomplexes,
aber auch sehr anpassungsfähiges System, was innerhalb
kürzester Zeit lernt, das Gesehene zu verarbeiten.
Am Anfang werden die Unschärfen in der Peripherie und
das Schaukeln beim Übergang zwischen den Glasbereichen
als störend empfunden. Auch die räumliche Wahrnehmung
und die Größe des Gesichtsfeldes ändern
sich mit Gleitsichtgläsern. Diese Phänomene sind
ganz natürlich und vermindern sich innerhalb kürzester
Zeit oder verschwinden gänzlich.
Die
neuste Technik
Durch eine fortschrittliche Berechnungsmethode wird jedes
Gleitsichtglas individuell nach den Rezeptwerten des Kunden
gefertigt. Das Gleitsichtglas wird förmlich "maßgeschneidert"
und ist für den Benutzer besonders verträglich.
Erstmalig in der Brillenoptik wird auch der Einfluss der
Pupille analysiert und mit der Funktionsweise des modernen
Gleitsichtglases in Einklang gebracht, wodurch eine hochauflösende
Abbildung und eine verbesserte Tiefenschärfe erreicht
werden.
Dank moderner digitaler Schleiftechnik werden die Gläser
nicht mehr nur flächig geschliffen, sondern Punkt für
Punkt präzise bearbeitet. Das heißt, dass die
Glasgeometrien den Blickbewegungen, die die Augen hinter
dem Brillenglas ausführen, angepasst werden können.
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